Handelsaussetzung (Trading Halt) erklärt: LULD-Pausen, News-Halts, Codes und was danach passiert
Kaum etwas bringt Trader so aus der Ruhe wie eine Aktie, die plötzlich nicht mehr gehandelt wird. Eben noch schießt der Kurs nach oben, im nächsten Moment friert die Kursanzeige ein, und Ihre Order hängt fest. Handelsaussetzungen (Trading Halts) sind normale, regelbasierte Pausen, und an einem lebhaften Handelstag kommen sie Dutzende Male vor, vor allem bei kleinen, schnell laufenden Aktien. Wer weiß, warum eine Aktie ausgesetzt wurde und was bei der Wiederaufnahme passiert, macht aus einem Schreckmoment eine planbare Situation.
Zwei Arten von Handelsaussetzungen
Handelsaussetzungen bei US-Aktien lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
- Volatilitätspausen. Die Aktie hat sich zu weit und zu schnell bewegt. Diese Pausen greifen automatisch, dauern etwa fünf Minuten und folgen den Regeln von Limit Up-Limit Down. Sie erscheinen mit dem Code LUDP.
- News- und regulatorische Halts. Die Börse stoppt den Handel, weil wesentliche Nachrichten ausstehen, weil sie Informationen vom Unternehmen braucht oder weil eine Aufsichtsbehörde eingreift. Diese Halts haben Codes wie T1, T12 oder H10 und können deutlich länger dauern.
So funktioniert Limit Up-Limit Down (LULD)
Nach dem Limit Up-Limit Down Plan hat jede gelistete Aktie ein bewegliches Preisband um einen Referenzpreis, nämlich den Durchschnittskurs der letzten fünf Handelsminuten.
- Tier-1-Aktien (Werte aus dem S&P 500 und dem Russell 1000 sowie einige ETFs) mit einem Kurs über 3,00 $ erhalten ein Band von 5 %.
- Tier-2-Aktien (alle anderen) mit einem Kurs über 3,00 $ erhalten ein Band von 10 %.
- Aktien zwischen 0,75 $ und 3,00 $ erhalten ein Band von 20 %, noch günstigere Aktien noch breitere Bänder.
- In den letzten 25 Minuten des regulären Handels verdoppeln sich die Bänder, und zwar für Tier-1-Aktien und für Tier-2-Aktien mit einem Kurs bis einschließlich 3,00 $.
Erreicht das beste Geld- oder Briefgebot den Rand des Bands, gerät die Aktie in einen Limit State. Kann sie nicht innerhalb von 15 Sekunden wieder innerhalb des Bands handeln, wird der Handel für 5 Minuten pausiert. Danach führt die Börse, an der die Aktie gelistet ist, eine Wiedereröffnungsauktion durch, um einen Preis zu finden, bei dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen. Ist das Ungleichgewicht zu groß, kann die Pause verlängert werden.
Deshalb kann ein Small-Cap-Runner mehrmals hintereinander ausgesetzt werden: Jede Wiedereröffnung, die weitere 10 % oder 20 % springt, kann das Band erneut auslösen.
Marktweite Circuit Breaker
Unabhängig von den LULD-Pausen einzelner Aktien gibt es für den gesamten Markt Circuit Breaker, die sich am Rückgang des S&P 500 gegenüber dem Vortagesschluss orientieren:
- Level 1, ein Minus von 7 %, und Level 2, ein Minus von 13 %: Der Handel wird marktweit für 15 Minuten ausgesetzt, wenn es vor 15:25 Uhr New Yorker Zeit (Eastern Time) passiert.
- Level 3, ein Minus von 20 %: Der Handel ruht für den Rest des Tages.
Diese Fälle sind selten. Pausen einzelner Aktien begegnen Ihnen dagegen jede Woche.
Halt-Codes, die Sie sehen werden
Nasdaq veröffentlicht die vollständige Liste der Halt-Codes. Die wichtigsten:
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| LUDP | Volatilitätspause nach Limit Up-Limit Down (etwa 5 Minuten) |
| T1 | News pending: Wesentliche Nachrichten werden gleich veröffentlicht |
| T2 | News released: Die Nachricht wird verbreitet; danach wird der Handel wieder aufgenommen |
| T12 | Zusätzliche Informationen von der Börse angefordert |
| H10 | Handel durch die SEC ausgesetzt |
| H4 / H9 | Listing-Regeln nicht erfüllt / Pflichtmeldungen (Filings) nicht aktuell |
T1, gefolgt von T2, ist das klassische Muster bei Quartalszahlen oder FDA-News. Ein T12 bedeutet oft, dass die Börse Antworten vom Unternehmen will, und solche Halts können lange dauern. H10 ist ernst: Eine Aussetzung durch die SEC dauert in der Regel bis zu zehn Handelstage.
Was mit Ihren Orders passiert
- Während eines Halts wird nichts ausgeführt, an keinem US-Handelsplatz.
- Ihr Broker lässt Sie unter Umständen Orders aufgeben, ändern oder stornieren. Orders, die aktiv bleiben, nehmen an der Wiedereröffnungsauktion teil.
- Stop-Orders schützen Sie nicht über einen Halt hinweg. Öffnet eine Aktie weit unter Ihrem Stop wieder, wird der Stop zur Market-Order zum Wiedereröffnungskurs.
- Market-Orders zur Wiedereröffnung sind riskant. Die ersten Abschlüsse können wild vom letzten Trade abweichen. Limit-Orders geben Ihnen die Kontrolle.
Traden rund um Handelsaussetzungen
- Laufen Sie dem Kurs nicht in einen Halt hinterher. Wer den letzten Tick vor einer Limit-Up-Pause kauft, zahlt den höchsten Kurs der Bewegung, und die Wiedereröffnung kann genauso gut tiefer liegen.
- Beobachten Sie die Wiedereröffnung, nicht den Halt. Der Auktionspreis und die erste Handelsminute zeigen Ihnen, ob die Käufer noch da sind.
- Rechnen Sie bei Low-Float-Runnern mit wiederholten Halts. Ein kleiner Float plus ein heißer Katalysator bedeutet mehr Pausen. Der Float spielt eine Rolle (auf Englisch).
- Lesen Sie bei T1-Halts die Nachricht. Die Richtung der Bewegung hängt ganz davon ab, was verkündet wird.
- Verkleinern Sie Ihre Position. Halts machen Kurslücken gegen Ihre Position wahrscheinlicher; die Positionsgröße ist Ihr eigentlicher Stop.
Wo Sie Handelsaussetzungen verfolgen
Die Trade-Halts-Seite von Nasdaq listet jede aktuelle Handelsaussetzung mit Code und Zeitpunkt der Wiederaufnahme. In der Finradar-Web-App listet das Panel Trading halts die jüngsten Halts mit ihrem Grund, direkt neben Chart, Movers und ungewöhnlichem Volumen, sodass Sie sehen, warum ein Runner gestoppt wurde, ohne Ihren Arbeitsplatz zu verlassen.
Keine Anlageberatung. Ausgesetzte und schnell laufende Aktien bergen ein erhöhtes Risiko, einschließlich großer Kurslücken bei der Wiedereröffnung.